Groß Walddorf: Entwicklung der neuen Siedlung in den 1920er-1930er Jahren

Beginn der Siedlung, Anträge der Bewohner und Petitionen.

Neues Wohngebiet in Groß Walddorf.
Am Mot³awa-Ufer, zwischen der Schmalspurbahn und dem Bürgerwiesen-Gelände, entstand von Jahr zu Jahr aus den Niederungswiesen eine neue Siedlung in Groß Walddorf. Die Bebauung nimmt hier, da es sich noch um ein ländliches Viertel handelt, groteske Formen an; offenbar fehlt ein fester Bebauungsplan, meist handelt es sich um einzelne Häuser mit kleinen Gärten und Höfen. Die Entwicklung der Siedlung Groß Walddorf, die hinter der Mot³awa-Umleitung liegt, war Gegenstand vieler Diskussionen und Kontroversen. Im Jahr 1926 reichte der Gemeinderat von Walddorf eine Petition an den Danziger Senat ein, in der er die Ausweisung einer Straße forderte, die den Stadtteil mit Danzig verbinden sollte. Dieser Plan betraf den Bau einer 500 Meter langen Straße von der Kneipab-Straße nach Walddorf, um den Zugang zur Siedlung zu erleichtern. Der Stellvertreter des Danziger Senats betonte jedoch, dass die neue Siedlung trotz der Wünsche der Bewohner auf einem Gelände errichtet wurde, das nicht die volle Zustimmung der Stadtverwaltung fand. Der Danziger Senat entschied, dass die Verantwortung für die Trassierung und den Bau der Straße bei der Gemeinde liegen sollte.



Bevölkerungswachstum, neue Siedlung ohne Infrastruktur.

Im Jahr 1931 befand sich die neue Siedlung in Groß Walddorf noch in der intensiven Ausbauphase. Nur wenige Jahre nach der Gründung stieg die Zahl der neuen Häuser auf über fünfzig, und weitere waren im Bau. Trotzdem verlief die Entwicklung der Siedlung chaotisch. Die Anwohner meldeten Probleme mit dem fehlenden Bebauungsplan, was sich auf den Charakter der Bebauung auswirkte. An vielen Orten dominierten provisorische Holzhütten in verschiedenen Größen und Formen, die fast ausschließlich als Wohnungen genutzt wurden. Trotz der Versprechen der Behörden ähnelte die Siedlung nicht vollständig dem geplanten Wohnkomplex, und ihr Aussehen rief zahlreiche Bedenken hervor.




Probleme mit der Infrastruktur, Vernachlässigung durch die Behörden.

Eines der schwerwiegenderen Probleme, die die Bewohner meldeten, war die unzureichende Straßeninfrastruktur. Obwohl 1925 ein Plan zur Entwicklung der Siedlung erstellt wurde, war seine Umsetzung weit entfernt vom Ideal. Um die Zufahrtsstraßen hat sich niemand gekümmert, und die Straßen selbst blieben unbefestigt und in schlechtem Zustand. Die Anwohner beschwerten sich, dass nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Gemeinde Walddorf diesen Teil der Siedlung vernachlässigt hätten. Streitigkeiten über den Zustand der Straßen sowie Eigentumsfragen zwischen Nachbarn waren an der Tagesordnung. Die Gemeindeverwaltung war ebenfalls für die Siedlung zuständig, unternahm jedoch nicht genügend Maßnahmen, um diese Probleme zu lösen.



Soziale und Bildungsprobleme.

Das Wohngebiet hatte auch soziale Probleme, insbesondere in Bezug auf die Bildung. Die Bewohner waren gezwungen, hohe Siedlungsgebühren (etwa 200 Danziger Gulden pro Person) für die Schule und andere Dienstleistungen zu zahlen, doch in der Praxis wurden die Kinder von einer Schule zur anderen versetzt. Es fehlte auch die angekündigte Schule auf dem Gelände der Siedlung selbst. Zu dieser Zeit besuchten die Kinder Schulen in anderen Teilen Danzigs, was nicht nur die Qualität der Bildung beeinträchtigte, sondern auch zusätzliche logistische Schwierigkeiten verursachte. Die Bewohner fühlten sich von den Behörden vernachlässigt, die nicht in der Lage waren, ihnen grundlegende öffentliche Dienstleistungen zu bieten.



Die Frage der Baugebühren und -zuschüsse.

Sowohl der Bau der Siedlung als auch das Leben ihrer Bewohner stießen auf Schwierigkeiten, die mit dem Mangel an finanzieller Unterstützung durch die Behörden zusammenhingen. Die Siedler, die Land gekauft hatten, konnten nicht auf Bauzuschüsse oder Vorzugskredite zählen, was in Kombination mit hohen Infrastrukturgebühren und Mängeln in der Organisation des täglichen Lebens zu Unzufriedenheit führte. Trotzdem glaubte ein Teil der Siedler, dass sich die Situation verbessern würde, besonders nachdem die staatliche Baupolizei die Aufsicht über die Entwicklung der Siedlung übernommen hatte.


Miro